App Retter 2vorschau

Retter App läuft äußerst erfolgreich.

Seit knapp einem dreiviertel Jahr ist sie in Stormarn aktiv. Die sogenannte „Retter-App“. Mit Hilfe dieser Handyapp werden Ersthelfer bei Reanimationen, oder Notfällen bei denen es zu einer solchen kommen könnte, alarmiert um die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken.

Zeit für ein kurzes Resümee, findet Stormarns Landrat Dr.Henning Görtz: „Ich bin tief beeindruckt wie viele Menschen sich bis jetzt bereit erklärt haben an diesem System teilzunehmen. Es freut mich zu sehen, dass die Stormarner füreinander einstehen.

Positiv über die Mobilfunkalarmierung äußert sich auch die Geschäftsführerin des Stormarner Rettungsdienstes, Annett Zander: „Durch den Einsatz der „App-Retter“ haben sich die Überlebenschancen für die, von einem Herzstillstand, betroffenen Patienten deutlich erhöht. Unsere Mitarbeiter finden bei diesen Einsätzen eine deutlich verbesserte Ausgangssituation vor.“

Um das System noch bekannter zu machen und potenzielle Ersthelfer zur Anmeldung zu bewegen, sind seit kurzem die Stormarner Rettungswagen mit auffälligen Logos beklebt. Dr. Henning Görtz: „ Wir hoffen dadurch noch mehr Ersthelfer dazu zu bewegen sich diesem wichtigen System anzuschließen.“

Angst vor Strafen oder Regressansprüchen, falls mal etwas schief geht, braucht keiner zu haben, sagt Sebastian Wenk, Leitstellendisponent und dort mit der Betreuung der App betraut: „Alle Tätigkeiten in einem Einsatz, sowie die An- und Abfahrt zum Einsatzort sind für registrierte Retter durch eine Haftpflichtversicherung abgedeckt. Es besteht keine Verpflichtung einen Einsatz anzunehmen, alles ist und bleibt freiwillig“ Auch um die Nutzung seiner Daten, braucht sich kein Ersthelfer Sorgen zu machen, Wenk: „Alle Daten werden absolut vertraulich behandelt, dass gilt sowohl für die Daten des Helfers, als auch für die des Patienten. Der Helfer erhält ausschließlich nur die Angaben die er benötigt um zum Einsatzort zu gelangen, diese auch erst dann, wenn er die Annahme des Einsatzes bestätigt hat.“

Ziel der App ist es die Zeit zwischen Notruf und Eintreffen des Rettungsdienstes zu überbrücken. Der Rettungsdienst hat in Schleswig-Holstein eine Hilfsfrist von 12 Minuten, das kann als therapiefreies Intervall zu lang sein. Selbst wenn man eine durchschnittliche Eintreffzeit von 8 Minuten nach Alarm zugrunde legt wird es eng. Hier greift die App ein. Über die GPS Funktion des Mobiltelefons wird der nächstgelegene Retter geortet und informiert, dieser bestätigt die Übernahme des Einsatzes und bekommt daraufhin den Einsatzort angezeigt. Im besten Falle kann der Ersthelfer kurze Zeit nach dem Notruf wichtige lebensrettende Sofortmaßnahmen ergreifen.

Zurzeit wird ein Alarm für die Stormarner „App-Retter“ 1-2-mal täglich ausgelöst. In erster Linie wird die App dazu genutzt, einen Retter zu alarmieren der im Falle einer Wiederbelebung die lebensrettenden Sofortmaßnahmen ergreift und eine Reanimation beginnt. Es können aber auch weitere Helfer zur Unterstützung hinzugezogen werden, z.B. um einen öffentlich zugänglichen Defibrillator zu besorgen und an die Einsatzstelle zu bringen.

„App-Retter“ kann jeder werden der mindestens einen Erste Hilfe Schein besitzt. Dieser darf nicht älter als zwei Jahre alt sein. Weitere Qualifikationen sind nicht notwendig.

Die Meine-Stadt-rettet App ist sowohl für iOS Geräte als auch für Android verfügbar.

Bild: Präsentieren die neue Beklebung der Stormarner Rettungswagen, (v.l.n.r.), NotSan Klaus Parpart, Geschäftsführerin der RVS Annett Zander, Landrat Dr. Henning Görtz, NotSan Azubi Gerd Schnigevski

Weitere Infos finden Sie auf der Webseite: www.meine-stadt-rettet.de