RVS-Täbyplatz-Reinbek-Woche-der-Wiederbelebung

Viele Passanten ließen sich anlässlich der bundesweiten „Woche der Wiederbelebung“ von Ärzten des St. Adolf-Stiftes und Rettungsassistenten der Rettungswache Reinbek am 21.9 den Umgang mit einem Herzstillstand einweihen und erprobten selbst die Herz-Druck-Massage.

Ob alt, ob jung, ob Mann, ob Frau: Zwischen den Wahlständen der Parteien anlässlich der Bundestagswahl war der Stand mit dem Motto „Ein Leben retten“ auf dem Wochenmarkt am Reinbeker Täbyplatz besonders gut besucht und immer in Aktion: Viele Passanten hörten zunächst interessiert zu und knieten sich dann gern neben die Reanimationspuppen, um das theoretisch Gelernte einmal praktisch zu erproben. Angeleitet wurden sie unter anderem von Christian Oehme, Rettungsassistent der Wache in Reinbek, Jan Karrasch, Wachleiter in Reinbek, und Frank Böttcher, Notarzt und Anästhesist im Krankenhaus Reinbek St. Adolf-Stift. Rettungsassistent Oehme: „Es ist ganz einfach: Lebenszeichen prüfen, Hilfe rufen und bei fehlender Atmung eine Herzdruckmassage mit 100 Mal Drücken in der Minute durchführen. Das kann jeder! Die dadurch gewonnene Zeit bis wir Profis kommen entscheidet oft über Leben und Tod.“

Oberarzt Frank Böttcher zeigt sich zufrieden mit der Aktion: „Wir haben in den fünf Stunden Marktzeit mit mehr als 200 Menschen Kontakt gehabt und zumindest bei ihnen die Hemmschwelle im Notfall zu helfen gesenkt. Mit der Erhöhung der Wiederbelebungsrate durch Laienhelfer könnten in Deutschland jährlich ca. 5.000 Menschenleben gerettet werden.“

Besonders freuten sich die Profis über den Besuch vom Reinbeker Bürgermeister Axel Bärendorf. Er ging mit gutem Beispiel voran und führte ebenfalls an der Übungspuppe eine Reanimation durch. Der Bürgermeister empfahl auch den Besuch eines „Erste-Hilfe-Kurses. „Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, diese Zeit ist gut angelegt.


Typische Fragen, die am Samstag gestellt wurden und deren Unklarheit offenbar die Erste Hilfe beim Herzstillstand verhindern, sowie die Antworten von Christian Oehme (Rettungsdienst-Verbund Stormarn) und Frank Böttcher (Krankenhaus Reinbek):

Und was mache ich, wenn der, der umgefallen ist, doch noch atmet?
Wenn der Hilfsbedürftige noch normal atmet, ist die „Stabile Seitenlage“ statt einer Herz-Druck-Massage angesagt. Außer bei einer Schnappatmung, dann sollte auch die Reanimation bei Rückenlage beginnen.

... und wenn ich bei der Reanimation jemanden die Rippen breche?
Machen Sie sich keine Sorgen: Wer sich hinterher darüber beklagen kann, der hat immerhin dank Ihnen sein Leben zurückgewonnen.

... und wann darf ich mit dem 100 Mal Drücken pro Minute wieder aufhören?
Es gibt nur zwei Gründe aufzuhören: Wenn der Hilfsbedürftige Sie darum bittet oder wenn die Profis vom Rettungsdienst übernehmen.

...und wenn ich 100 Mal pro Minute gar nicht schaffe oder nicht lange durchhalte?
Zunächst: Fangen Sie an und machen Sie die Frequenz, die Sie schaffen. Meist ist man ja auch nicht allein, bitten Sie konkret jemand anderen, Sie abzulösen. Auch wir Profis wechseln uns alle 2 Minuten ab.

...und wofür ist die „Stabile Seitenlage“ noch mal gut?
Die „Stabile Seitenlage“ hat nichts mit einem Herzstillstand zu tun. Sie ist für Personen, die atmen/deren Herz noch schlägt, aber bewusstlos sind, damit sie nicht an Erbrochenem ersticken.