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In vielen Bereichen des täglichen Lebens spielen Chemikalien und gefährliche Stoffe eine große Rolle. Häufig auch im Haushalt, im benachbarten Gewerbebetrieb und natürlich auch als Transportgut auf der Straße. Wir selber gehen täglich mit solchen Stoffen um oder haben damit Kontakt, ohne uns großartig darüber Gedanken zu machen. Was aber passiert wenn es mit gefährlichen Stoffen einen Unfall gibt und diese vielleicht anders reagieren als dafür vorgesehen?

 

Natürlich gibt es für diesen Fall die örtlichen Feuerwehren und bei größeren Schadenslagen halten die Landkreise, speziell für solche Einsätze ausgerüstete, Gefahrgutzüge vor.

Die vorgenannten Einheiten sind in der Lage die ausgetretenen Stoffe aufzunehmen und ein weiteres Freiwerden zu verhindern. Aufgrund der vorgehaltenen Schutzausrüstung natürlich ohne sich selber in Gefahr zu bringen.

Wenn nun aber bei einem solchen Einsatz verletzte Personen zu behandeln sind, kommt naturgemäß auch der Rettungsdienst ins Spiel. Allerdings ist der Umgang DSC 0742 (Medium)mit kontaminierten (mit Gefahrstoff verschmutzten) Verletzten in der Vergangenheit eher stiefmütterlich behandelt worden. In der rettungsdienstlichen Ausbildung wird dies nur oberflächlich unterrichtet, auch fehlt es in der Regel an geeigneter Schutzausrüstung.

Um ihre Mitarbeiter auch auf diesen Fall vorzubereiten, arbeitet die RVS seit diesem Jahr mit dem Löschzug-Gefahrgut des Kreises Stormarn (LZG-OD) zusammen. In enger Zusammenarbeit wurde mit den Spezialisten ein Konzept entwickelt. Dieses Konzept enthält neben der Ausbildung der Mitarbeiter auch die Aufrüstung der Rettungsfahrzeuge mit geeigneter Schutzkleidung.

Ralf Timmermann,zuständig für Einsatz & Organisation und maßgeblich an der Entwicklung und Durchführung des Konzepts beteiligt: „ Mit unserer Idee sind wir sofort auf offene Ohren gestoßen. Wir sind froh und dankbar im LZG einen kompetenten und hochspezialisierten Partner in Sachen Gefahrgut gefunden zu haben. Die Zusammenarbeit macht großen Spaß.“

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Jan Karrasch, Ausbildungsleiter der RVS, ergänzt: „Großartig, was wir hier zusammen mit dem LZG auf die Beine gestellt haben. Ein großer Schritt, um die medizinische Versorgung zu verbessern und gleichzeitig die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter zu erhöhen.“

Ziel des Konzeptes ist es, der verletzten Person schnellstmöglich lebensrettende Sofortmaßnahmen zukommen zu lassen und sie gleichzeitig soweit mit Bordmitteln zu dekontaminieren (zu reinigen), das eine weitere gefahrlose medizinische Versorgung möglich ist. Hierzu werden dieses Jahr im Rahmen der jährlichen Mitarbeiterfortbildungen alle Mitarbeiter durch den LZG unterrichtet. Dieser eintägige Unterricht beinhaltet zum einen theoretische Grundlagen, zum anderen wird der Umgang mit der neuen Schutzkleidung geübt. Außerdem nimmt die behelfsmäßige Dekontamination eines Verletzten einen großen Teil der Ausbildung in Anspruch.

Die neuerworbenen Kenntnisse konnten auch gleich erfolgreich in die Tat umgesetzt werden. Bei einer Übung im Zentrallager der Firma Lidl in Siek wurde ein Gefahrgutunfall angenommen. Die RVS unterstützte die Übung mit drei RTW und dem Organisatorischen Leiter.

 

 

 

Bildergalerie Ausbildung

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Bildergalerie Übung Lidl

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